Spaß im Quadrat

Da ich ja noch 2 Rollfilme besaß und ich diese nicht mehr in der alten Zeiss Super Ikonta verschwenden wollte, musste eine neue Mittelformatkamera her:
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Sie gewinnt sicherlich keinen Schönheitspreis und sieht irgendwie auch älter aus, als sie eigentlich ist. Die Yashica Mat 124 G wurde bis in die 80er Jahre hergestellt und ist der beste Einstieg, für Leute die mal im Mittelformat schnuppern wollen. Für 100 bis 150 Euro ist sie zu haben. Teuer sind dann eher die 120er Rollfilme, womit man immerhin 12 Bilder machen kann und diese auf 6 mal 6 Zentimeter belichtet werden. Der Vollformat/Kleinbild Sensor meiner 5D ist ungefähr viermal kleiner. Zusammen mit dem 80mm Tessar Objektiv verspricht das eine extrem gute Bildqualität.

Aber auch die Bedienung ist denkbar einfach. Man schaut oben durch den Lichtschacht auf eine riesige Mattscheibe:
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Oben ist eine Anzeige für die Belichtungsmessung. Man muss die beiden Pfeile durch Einstellen der Blende und Zeit in Einklang bringen. Das funktioniert sehr akkurat. Die Fokussierung läuft über den linken großen Drehknopf an der Seite und wenn man es genau haben will, kann man auch noch eine Lupe einklappen.
Rechts ist eine Kurbel, wodurch die Kamera aussieht wie ein kleiner Leierkasten. Damit dreht man den Film weiter.

Mehr gibt es nicht zu wissen. So eine Kamera besticht durch Einfachheit. Selbst die Reparaturen sind einfach. Ich hatte das Objektiv ausbauen müssen, um es zu reinigen. Auch der Spiegel musste mal geputzt werden, weil eine milchige Schicht darauf war. Die Mattscheibe war verkeimt usw. Kann man aber alles einfach mit ein bisschen Nachdenken lösen.

Bruecke1
Auch wenn die Kamera wie ein Spielzeug ausschaut, die Bilder, die damit entstehen sind grandios. Als ich die fertig entwickelten Abzüge das erste mal anschaute konnte ich mein Glück kaum fassen. Die Bilder haben tolle Farben, einen fantastischen Kontrast und eine so gute Schärfe, dass man selbst auf den 10 mal 10 Zentimeter großen Abzügen mit der Lupe die kleinsten Details entdecken kann.
Durch den Scan geht natürlich einiges an Brillanz verloren, aber trotzdem können die Bilder sich sehen lassen.
Der Film ist ein Kodak Ektar ISO 100 und ich mag die Farben, die er zeichnet.
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Natürlich will man nicht immer nur quadratische Bilder haben und man muss das Bild eben oben oder unten beschneiden. Oder an der Seite. Ich dachte ja erst, dass ist ein Nachteil, aber so langsam kapiere ich, dass es eigentlich gar nicht so dumm ist, weil man hinterher in Ruhe überlegen kann, was man wegschneidet. Hier habe ich zum Beispiel den unteren Teil weggeschnitten, wo nur Wasser drauf war.
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Hier kann man auch mal sehr gut sehen, wie plastisch das Mittelformat wirken kann. Es ist nicht alles von vorn bis hinten scharf und damit nicht flach und langweilig.

Die Yashica ist wirklich eine tolle, einfache und robuste Kamera. Bilder komponieren auf der riesigen Mattscheibe macht sehr viel Spaß. Sie ist sehr vielseitig einsetzbar. Von wundervoll verträumten Portraits bis hin zu knackscharfen Landschaftsaufnahmen kann man eigentlich alles machen. Ich kann den Kasten nur weiterempfehlen.

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Ein Kommentar zu “Spaß im Quadrat

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