Schlechtes Bild, aber gute Geschichte…Teil 1

Immer öfter geht es mir so, dass ich mich frage, was ein gutes Bild ausmacht. Ich vergesse eben oft, dass ein Bild auch eine gute Geschichte erzählen muss. Es reicht nicht wenn es perfekt gestaltet ist, aber irgendwie doch völlig inhaltsleer und seelenlos…
Nun will ich gerne mal wieder ein paar Bilder zeigen, die technisch eher schlecht sind, aber großartige Geschichten erzählen:
Fangen wir an mit Spotty aus Kappadokien.
IMG_0991
Auf dem Bild ist ein Dalmatiner namens Spotty (Man kann sogar sein Namensschild lesen: Spotty Official Guide) zu sehen vor atemberaubend, schöner Landschaft. Der Hund gehörte der schottischen Besitzerin unseres Hostels in Göreme (kleines Dorf in Kappadokien). Sie erklärte uns, dass man dem Hund nur sagen muss, wo man hin will und er einen durch die Canyons der Umgebung führt. Man sagt zum Beispiel: „Spotty! Love Valley!“ und schon läuft er los. Wir schauten erst ein wenig ungläubig, dachten eher an britischen Humor, als sie uns anbot den Hund nicht nur mitzunehmen, nein, er sollte uns auch noch die Highlights der Gegend zeigen. Einzige Bedingung war, dass wir ihm am Ende des Tages eine große Wurst kaufen.
Das hatten wir dann auch gemacht. Vorher führte er uns zielsicher über mehrere Kilometer durch die Gegend. Auch durch die kleine Stadt Uçhisar, vorbei an schönen Häusern in Steinfelsen und den großen Burgfelsen (Einfach mal auf den Wikipedialink klicken). In Uçhisar erwartete uns am Stadtrand noch ein 2 Hund, wahrscheinlich Spottys Kollege, der übrigens rechts auf dem Bild zu sehen ist, und begleitete uns. Als wir die Stadt wieder verließen, blieb er einfach stehen. Ich hatte schon Angst, dass wir den gar nicht mehr los werden und am Ende mit 2 Hunden zurück kämen.
Das ist die tolle Geschichte zu diesem Bild. Auch wenn es nicht perfekt ist, erinnert es mich immer an diesen schönen Tag, als uns ein sehr kluger Hund den besten und billigsten Touristenführer vorführte, den ich je erlebt hatte. 🙂
Der nächste Teil wird sich dann um die gefährliche Halbinsel Sinai drehen.

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2 Kommentare zu “Schlechtes Bild, aber gute Geschichte…Teil 1

    • Ja aber erst die Geschichte macht das Bild interessant. Ohne die Geschichte ist es wirklich nur ein unüberlegtes, altes Knippsbild aus der Kompaktkamera. Der Hund ist unscharf, der andere Hund hat sich ins Bild gedrängt (er war sehr nervig hihi)..usw. Für mich persönlich ist das Bild sehr schön, weil es tolle Erinnerungen hervorruft und weil ich das Bild sofort mit dem Erlebnis verknüpfe. Dem Betrachter, der die Hintergründe nicht kennt, spricht es nicht an.

      Ein gutes Bild wäre es, wenn es die Geschichte wenigstens zum Teil erzählen würde. Und glaub mir, es gibt Fotografen die das können. Joel Sternfeld zum Beispiel. Der hat ein paar Bilder gemacht, wo nur das Bild alleine schon eine fantastische Geschichte erzählt. Das ist die große Kunst! 🙂

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